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Die Weiterbildung zum Fach Kanalsanierung

Dipl.-Ing. Rüdiger Heidebrecht Abteilungsleiter Bildung und Internationale Zusammenarbeit der DWA

Als vor über 20 Jahren das Ausmaß der Schäden am bestehenden Abwasserkanalsystem bekannt wurde, waren bedrücktes Schweigen und Beruhigungsstatements einerseits sowie hysterisches Katastrophengeschrei andererseits bekanntes Szenario. Jeder reagierte nach Geschmack und Opportunität.

Wenige, aber doch maßgebende Ingenieure der Betroffenen Entwässerungsbetriebe, der Wissenschaft, der Verbände, Vereine und von Firmen formten die Problematik. Fachwissen und vernünftige Lösungsansätze traten an die Stelle der anfänglichen dramaturgischen Überspitzung. Dieses Fachwissen galt es jedoch als Handlungsprämisse zu verbreiten. Zielgruppe mussten die Handelnden vor Ort sein.

Eine Initiative der interessierten Fachleute und Verbände, sich mit der Vorhandenen bzw. nicht vorhandenen Fachkenntnis von Ingenieuren und Meistern über Zustand und Sanierungsmöglichkeiten unserer Abwasserleitungssysteme zu befassen, führte im Jahr 1997 zur Gründung der "Fördergemeinschaft für die Sanierung von Entwässerungskanälen und -leitungen", seit 2005 Fördergemeinschaft für die Sanierung von Entwässerungssystemen.

Die Fördergemeinschaft entwickelte ein Weiterbildungsprogramm. Den Abschluss der anspruchsvollen Weiterbildung bildet ein Zertifikat, das auf Grundlage einer bestandenen Abschlussprüfung erteilt wird. Seit dem Startkurs im Januar 1997 bis heute erfolgte eine kontinuierliche Entwicklung, auf die wir stolz sind.

Was ist geschehen? Es ist eine Weiterbildung zum Fach Kanalsanierung entstanden, auf hohem Niveau, die sowohl Betreiber und Planer als auch die Ausführenden zusammenführt, die eingangs zitierte "Gewissenhaftigkeit" walten zu lassen: Kanalsanierung greift praktisch und konzeptionell in die hydraulischen Leitungsparameter wie auch in die wirtschaftlichen Konditionen eines Kanalnetzes ein. Hierfür war Rüstzeug zu geben und zu vermitteln.

Mit dem Zertifikat wird belegt, das ein Absolvent fachlich qualifiziert ist, Kanalsanierung in der gesamten Komplexität zu erkennen und zu bearbeiten. Dies bedeutet nicht nur der Bereich der öffentlichen Kanalisation sondern auch der Bereich der Grundstücksentwässerung.

Dass sich bisher über 1.700 (Stand 2017) Damen und Herren der "Tortur" einer der artigen Qualifizierung unterzogen haben, zeigt die Ernsthaftigkeit, mit der sich die ihren Aufgaben stellen. Dafür gebührt ihnen Dank und hohe Anerkennung. Technische Entwicklung einerseits, aber auch die der Rahmenbedingungen andererseits, sind für die Fördergemeinschaft beständige Herausforderung. Diese wollen wir meistern, dazu sind wir in der Lage. Insofern ist uns der bisherige Erfolg Verpflichtung, denn Kanalsanierung ist Nachhaltigkeit und diese nützt unserem Gemeinwesen - uns allen.