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07.02.2009
Hennef - Neue Techniken zur Sanierung maroder Abwasserleitungen standen im Mittelpunkt des jüngsten Forums der Zertifizierten Kanal-Sanierungs-Berater anlässlich der Straßen-Tiefbau-Tage in Essen.
Nach einem ersten Treffen in München auf der IFAT 2005, bot die DEUBAU im Januar 2006 den Rahmen für einen zweiten Erfahrungsaustausch für die Absolventen der Fortbildungskurse zum Zertifizierten Kanal-Sanierungs-Berater (ZKS), die die Fördergemeinschaft für die Sanierung von Entwässerungssystemen ausrichtet. Diese, von der DWA (früher ATV - Abwassertechnische Vereinigung e. V.), dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., dem Rohrleitungsverband e. V. (RSV), dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sowie dem Güteschutz Kanalbau ins Leben gerufenen Qualifizierungsmaßnahmen haben in den vergangenen Jahren zu einem Qualitätssprung in der Kanalsanierung geführt.
Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich auf dem Essener ZKS-KanalsanierungForum über technische Neuerungen wie über die Qualitätssicherung bei der Abwasserkanalsanierung.
Karl-Peter Wolter, Bellheim, betonte die Bedeutung der Sanierung von Anschlussleitungen im kommunalen und industriellen Bereich.
Für die Sanierung von Großprofilen nannte Werner Bezela, Krefeld, aktuelle Beispiele für Montageverfahren, Kurzrohrlining und Schlauchlining. Aufgrund eigener Erfahrungen mit Sanierungen konnte er eindrucksvolle Praxisbeispiele aus ganz Deutschland vorstellen. In dem von ihm geschilderten Fall eines Abwasserkanals mit Maulprofil ging der eigentlichen Sanierung eine gründliche Material- und optische Prüfung voraus. Danach schieden Reparatur und Erneuerung aus, so dass die Renovation gewählt wurde.
Wie eine ganzheitliche Schacht- und Abwasserbauwerkssanierung aussehen kann, stellte Michele Colonna, Schwerte, vor. Auch er konnte mit neuen Verfahren aufwarten, die in seinem Unternehmen bereits angewandt wurden.
Fremdwasser im Kanal ist als Kostenfaktor kein unbekanntes Phänomen. Lars Kuhn, Braunschweig, legte anhand eines aktuellen Beispiels dar, wie der Fremdwassereintrag minimiert werden könnte.
Qualitätssicherung in den Schächten
„Schächte und Abwasserbauwerke werden stiefmütterlich behandelt“, stellte Bernd Gruner, Cottbus, als These auf. Die Zustände in der Kanalisation seien bekannt, doch der Zustand der Bauwerke und Schächte werde weitgehend ignoriert. In seinem Vortrag ging er insbesondere auf die Schäden durch Korrosion ein.
Fazit:
Auf den ZKS-KanalsanierungsForen erhalten die geprüften Experten die Chance, ihr erworbenes Wissen auf den neuesten Stand zu bringen. Dies betonte Horst Zech, Geschäftsführer des Rohrleitungsverbands und Moderator in Essen, und machte damit deutlich, dass die Träger der ZKS-Zertifikate durch die Fördergemeinschaft für die Sanierung von Entwässerungssystemen auch nach Abschluss der Ausbildung die Gelegenheit zur Weiterbildung erhalten.
Alle Referenten zählten zum Kreis der Absolventen der ZKS-Kurse. Ihre praktische Vorgehensweise entsprach dem Arbeitsalltag, den die Forumsteilnehmer selbst erleben. Dies prägte die entspannte Atmosphäre dieses ZKS-Forums. Die Gespräche, die sich dem offiziellen Teil beim gemütlichen Beisammensein mit Brezeln und Bier anschlossen, waren für viele Besucher mindestens so wichtig wie die offizielle Fortbildungsveranstaltung. Mit den neu geknüpften oder wiederbelebten Kontakten der ehemaligen Absolventen der ZKS-Kurse können auch die wichtigen Aufgaben in der Kanalsanierung besser bewältigt werden.